Radreise Südost: von der Adria zur Ägäis
Neue Woche, neue Länder und neue Abenteuer erwarteten mich.
Tag 22 - Tirana - 89 km
Mit Ohrstöpseln überstand ich die Nacht doch ganz okay, aber der Fußgängerverkehr neben meinem Zelt war zum Frühstück wieder da.
So ging es auch für mich früh weiter. Durch kleine Ortschaften suchte ich nach etwas größeren Supermärkten, wo ich mit Kreditkarte zahlen konnte. Diesen fand ich erst gegen Mittag. Ich hatte noch Cup-/Instant-Nudeln und so machte ich mir am Straßenrand diese. Außerdem radelte ich über eine katastrophale Brücke und direkt danach war unterhalb einer Autobahnbrücke ein Markt von Tieren und Gartengeräten. Sehr interessant was da so alles verkauft wird.
Die letzten 20 km ging es auf einer Schnellstraße hinein nach Tirana. Da Sonntag war, waren kaum LKWs unterwegs. Die Straße wurde breiter, aber es wurden auch mehr Zebrastreifen, weswegen der Verkehr langsamer wurde. Mit Musik war es erträglich. Der letzte Kilometer war auf einer schönen Allee mit Fahrradweg. Auf dem Zentralen Platz traf ich noch zwei frische Senioren, die eine Adria-Rundtour mit dem Fahrrad machen. Noch kurz Fotos machen und dann musste ich noch ein öffentliches WLAN im Burger King finden, um mein Apartment zu kontaktieren.


Tag 23 - Pausentag Tirana
Wirklich ausgeschlafen, wusch ich meine Wäsche und machte mich auf zum Einkaufen und besichtigte die Stadt. Mit modernen Architektur-Hochhäusern war es sehr interessant. Außerdem schaute ich mir das Bunkart-2-Museum an. Ein alter Atomschutzbunker im Stadtzentrum mit der Geschichte der Polizei und Armee in Albanien. Ohne die Landesgeschichte zu kennen, war es schwer, den einzelnen Kapiteln zu folgen. Mit einer Pizza ging der Abend wieder früh zu Ende.


Tag 24 - Elbasan - 60 km
Heute wäre ich gerne noch länger im Bett geblieben und irgendwie noch einen Pausentag gebraucht. Reichlich gefrühstückt ging es durch den Stadtverkehr in die Berge. Die Vorstadt-Gated-Communities hinter mir gelassen, ging es parallel zur neuen Autobahn auf der einsamen alten Passstraße Richtung Elbasan.
So ging es 13 km nur bergauf, aber der Ausblick oben war super. Auch auf einen 2400 m hohen, schneebedeckten Berg. Dort machte ich auch eine Pause und traf auf den Autor von Albanien.ch, einem Blog über Albanien seit dreißig Jahren. Er machte auf der Route ein paar Bilder und bei der Abfahrt auch von mir 😄. Außerdem gab mir auch Tipps, wie ich weiterfahren könnte, denn meine geplante morgige Route soll sehr verkehrsreich sein. Leider passte die Alternative nicht in meinen Zeitplan nach Griechenland. Zudem noch einen Tipp, den Verkehr durch Elbasan zu vermeiden. Die Passstraße trifft an einem Kreisverkehr auf den Verkehr des Autobahnendes.
Die empfohlene Alternative war eine sehr angenehme, und so machte ich eine kurze Pause im Stadtzentrum, aber bis auf die Burgruine habe ich nichts Besonderes entdeckt. Mit heute nur 60 km erreichte ich meinen Campingplatz bereits um 13 Uhr und genoss noch die Sonne am Nachmittag.
Am Abend gab es wieder Nudeln mit fertiger Bolognese, und ich unterhielt mich mit den Campingplatz-Nachbarn. Einem Paar in Rente, die in Deutschland alles verkauft haben und seit 2 Jahren mit ihrem Camper bisher nur durch Europa reisen und mit dem Rucksack durch die Welt in den Wintermonaten. Ein sehr interessantes Gespräch über die Freiheit und Zeit zu haben.


Tag 25 - Ohrid - 86 km
Das erste Mal wurde ich vom Hahn auf dem Campingplatz um 4:30 geweckt, und ab 6:30 war ich dann durch den Regen wach. Unter dem Dach konnte ich in Ruhe frühstücken und trocken zusammenpacken. Noch trocken ging es los, hinauf ins Tal. Die Straße wird zur Autobahn mit Standstreifen ausgebaut, welcher entspannt befahren werden kann. Nach 5 Kilometern kam aber die Baustelle zum Ausbau der Straße. Mittendrin fing es an, so richtig stark zu regnen. Ich fand eine Pannenbucht und zog meine Regenkleidung an.
Am Ende der Baustelle suchte ich das erste Café, voll durchnässt, auf. Das Regenradar meinte, es solle heute nur noch vereinzelt regnen, und so brach ich nach einer Cola wieder auf. Leider stimmte die Vorhersage nicht, und so regnete es bis zum Mittagessen durch. Bis dahin war einiges an Verkehr unterwegs, und ich machte nur zwei kurze Pausen für einen Müsliriegel. Der noch nicht ausgebaute Teil hatte den gesamten Tag in Albanien einen Streifen im Asphalt, der hin und wieder nicht gut verfüllt war. So bin ich irgendwann unaufmerksam in diesem hängen geblieben. Um nicht in den Verkehr zu fallen, bin ich gegen die Wand gefahren. Am Arm leicht geblutet, merkte ich erst später, und eine angeschrammte Bremse ist nicht mehr passiert.
Nach 50 km erreichte ich eine kleine Stadt gegen Mittag. Dort suchte ich das erste Restaurant, wo ich zuerst fragte, ob es was zum Essen gab und ob ich mit Euro zahlen könnte. Die Frau fragte: "Soupa?" Ich antwortete mit "Ja". Sie nochmal: "Salata?" Ich nochmal "Ja" und bestellte so noch dazu eine Cola. Die paar anderen einheimischen Gäste versuchten mit sehr minimalem Englisch zu fragen, wo ich herkam und hin wollte, und zahlten mir freundlicherweise meine Cola.
Nach dem Essen ging es dann noch 8 Kilometer steil bergauf zur Grenze nach Nordmazedonien. Dort drängelte ich mich vor, aber nur weil es immer noch regnete. Ohne Stempel durfte ich sehr schnell die Grenze passieren. Ein paar Meter Abfahrt, und ich erblickte den Ohrid-See. Die letzten 20 Kilometer am Ufer entlang hörte es endlich auf zu regnen. Im Hostel in der Altstadt eingetroffen, half erstmal eine warme Dusche und ein guter Burger. Leider war dieser nicht sättigend genug, und so ging ich mit einem anderen Radreisenden und einem australischen Minenarbeiter die ich im Hostel kennenlernte, noch eine Nutellapizza essen in guter Gesellschaft. Danach fiel früh fix und fertig ins Bett.


Tag 26 - Pausentag Ohrid
Auch wenn ich im Hostelzimmer alleine war, war ich nur halbwegs ausgeschlafen, aber ich nutzte den Tag, um mir die schöne kleine Stadt mit viel Geschichte anzuschauen. Außerdem war ich noch einkaufen und noch mal Burger essen, auch wenn dieser nicht so gut war wie am Vortag. Im Hostel traf ich noch einen Radreisenden, mit dem ich nach Thessaloniki weiter in die Türkei fahren könnte. Mal schauen. Alles trocken packte ich früh zusammen und fiel ins Bett.


Tag 27 - Bitola - 70 km
Mit anderen im Zimmer war die Nacht eher unruhig, aber mit nur 70 km habe ich mir Zeit gelassen und bin erst um 9:30 losgefahren. Spannend war die Landschaft nicht auf der Bundesstraße. Zwei durchgehende Anstiege auf dem Seitenstreifen waren gut machbar, ohne zu steil zu sein. Was mir auf dem Weg aufgefallen ist, dass nicht wie in den Ländern zuvor viel Müll am Straßenrand herumliegt. Sekunden später fuhr ich an einer offiziellen Müllkippe vorbei, die in schönster Natur eingebettet war.
Sehr lange Abfahrten und Rückenwind erlaubten, dass ich zum Mittagessen im Hostel war. So schaute ich mir irgendwie total erschöpft noch den Basar von Bitola und die Fußgängerzone an. Zum Abendessen bin ich nochmals zum Pizza essen ausgegangen.


Tag 28 - Florina/Thessaloniki - 37 km
Nachdem die Hostelzimmergenossin erkältet war und die Nacht über hustete, war der Schlaf nicht sehr tief gewesen, aber ich schaffte es wieder pünktlich wie die letzten Tage um 7:30 wach zu sein. Ich packte leise meine Sachen und machte Frühstück, wobei ich den Eigentümer auf der Couch schlafend weckte.
So radelte ich in Richtung Griechenland. Land Nummer 10 erreichte ich bereits 1 Stunde später mit starken Rückenwind. Leider hatte ich heute das erste Mal Schmerzen am Innenband vom Fuß. In Florina, 10 km später angekommen, suchte ich mir einen Supermarkt für ein Mittagessen, da ich hier wieder mit Euro zahlen konnte. Während der Pause fasste ich den Entschluss, den Zug von dort nach Thessaloniki zu nehmen. Ich hatte mir die Route schon am Vortag angeschaut als Alternative, um dem kommenden Regen zu entgehen und den zu teuren Unterkünften auf der Strecke.
So radelte ich zum Bahnhof und buchte mir ein Ticket online für 10€. Da die Strecke nur zweimal täglich bedient wird (5:20 und 14:20), musste ich noch etwas warten, aber wegen der Zeitverschiebung eine Stunde weniger, und genoss mein Mittagessen. Nachdem Zugunglück in Griechenland von 2023 wird die Teilstrecke Florina bis Edessa nur mit einem Bus bedient, aber die Fahrradmitnahme war kein Problem. In Edessa stieg ich dann in den Zug um und fuhr damit dann durch jedes kleine Dorf auf der Strecke nach Thessaloniki.
Wegen Bauarbeiten hatten wir auf der Strecke 40 Minuten Pause gemacht und erreichten dann die Stadt um 18:30. Auf Radwegen schaute ich mir noch kurz die Promenade und das Mittelmeer an, bevor ich ins Hostel radelte. "Zeus is loose" ist ein modernes und tolles Hostel mitten im Stadtzentrum. Zum Abendessen kochte mir nur noch Nudeln.


Tag 29 - Pausentag Thessaloniki
Ausgeschlafen kaufte ich mir zuerst ein Frühstück und genoss danach bis zum Mittagessen die Aussicht vom Aufenthaltsraum auf den Park im Stadtzentrum. Zum Mittagessen suchte ich mir ein Gyros-Restaurant aus und ging damit die Highlights der Stadt ab. Für T-Shirt und kurze Hose war es fast zu kalt.
Am Nachmittag regnete es bis kurz vor den Sonnenuntergang, bei dem ich mir noch einen Burger holte und einen tollen Regenbogen sah. Bei fast leerem Handyakku schaute ich mit anderen noch einen Film und ging müde vom Nichtstun wieder früh ins Bett.


Tag 30 - Sightseeing+ Flughafen Thessaloniki - 15 km
Die Reste vom Vortagsfrühstück genoss ich wieder bei einem schönen Ausblick, aber heute mit Sonne. Mein Gepäck konnte ich einlagern, bis ich um 17 Uhr am Flughafen sein musste. So nutzte ich noch das schöne Wetter, um noch etwas mehr von der Stadt anzuschauen, und kaufte mir noch eine Pizza zum Mittagessen. Sonst genoss ich einfach nur die Ruhe mit Musik auf den Ohren.
Mit kräftigem Rückenwind machte ich mich zuerst an der Küste entlang und später auf der Stadtautobahn Richtung Flughafen auf. Hinter einem Bus und an wirklich jeder Ampel anhaltend ging es mit dem Berufsverkehr aus der Stadt hinaus. Die Flughafen-Zufahrt ist nicht für Radfahrer oder Fußgänger ausgelegt, aber es war nicht so viel Verkehr. Im Terminal war es schon ein komisches, aber auch stolzes Gefühl, zu warten, bis meine Mutter herauskam. Zusammen sind wir dann ins Hotel gefahren und genossen einen schönen Sonnenuntergang und ein leckeres Abendessen.


Tag 31 bis 34 - Strandurlaub
Außer ein paar IT-Updates lag ich nur am Strand, aß gut und genoss die Ruhe. Im Norden Griechenlands regnete es viel, aber nicht bei uns.

Fazit
Mit dem Strandurlaub endet eine schöne Woche. Mit zwei Pausentagen war auch der durchnässte Tag überstehbar. Die Länderliste ist nun auch auf 10 gestiegen (hört sich schon toll an 😄).
Im nächsten Blogeintrag geht es dann weiter durch Griechenland Richtung Türkei.